Perseiden 2001 in Noordwijkerhout

oder: Perseidenbeobachtung im 3. Jahrtausend

von Detlef (Laffy) Koschny und Roland Egger

Wieder einmal ist es so weit: Wir beobachten die Perseiden! Genauer gesagt: Wir lassen beobachten. Denn schliesslich befinden wir uns im dritten Jahrtausend. Unser Beobachterknecht schaut so aus:

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Dies ist eine Videokamera, genannt ICC4 (Intensified Video Camera, die vierte). Sie besteht aus einem lichtstarken Objektiv (25 mm Brennweite, f/0.85), einem Restlichtverstaerker der Firma DEP aus Holland, einer daran per Lichtleitfasern angekoppelten CCD-Kamera von Sony, sowie einem Gehaeuse. Die nicht-nachgefuehrte Alt-Azimut-Montierung besteht aus einem alten Holzdreibein, einer Ikea-Holzkiste und drei Schraubzwingen.

Per Kabel geht das Videosignal zu einem Computer, der in der Koschny'schen Werkstatt steht. Die Szene dort schaut so aus:

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Vermittels der Software "MetRec" von Sirko Molau wird das Videosignal in Echtzeit auf Meteore untersucht. Immer wenn ein Meteor detektiert wird, piept der Computer. Ausserdem zeigt er ein Summenbild des kompletten Meteors auf dem Monitor. Wenn man vorher mit der Routine "RefStars" dem Programm gesagt hat, wo die Videokamera hinschaut, dann bestimmt die Software die Position des Meteors in Rektaszension und Deklination, bestimmt die Stromzugehoerigkeit oder ob's ein Sporad war, und misst die Helligkeit. All diese Daten werden auf der Festplatte des Rechners abgespeichert, zusammen mit einer kleinen Animation des Meteors in halber Videoaufloesung.

Man muss vor der Beobachtung also "RefStars" benutzen (dauert ca. 10 Minuten) sowie eine Konfigurationsdatei editieren, in der Informationen ueber Datum und Verzeichnisse drinsteht (dauert ca. 2 Minuten). Die Uhrzeit wird ueber die "Cuno'sche Zeitmaschine" direkt ins Videosignal eingeblendet, evtl. muss dieser Apparat neu gestartet werden (dauert ca. 2 Minuten). Dann ist man bereit zum Beobachten lassen. Die typische Beobachterhaltung ist dann so:

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oder mann geht gleich ins Bett.

Am naechsten Morgen dann benutzt man das Programm "PostProc" um die aufgezeichneten potenziellen Meteore anzuschauen. Hin und wieder sind auch Voegel, Fledermaeuse, oder tieffliegende Flugzeuge als Meteor deklariert worden. Die loescht man dann einfach raus.

Die positiv detektierten Meteore schauen z.B. so aus:

Na gut, zugegeben, das war ein besonders helles Exemplar. Dies war uebrigens ein Perseid, links unten ueber den vielen Nullen ist der Drachenkopf zu sehen. Der dunkle Fleck oben kommt davon dass der Laffy einmal den Mond ins Bildfeld hat kommen lassen... Ausserdem kann man andeutungsweise ein paar Wolken sehen. Die Zahlen sind die Uhrzeit in Stunden, Minuten, und Sekunden nach der Startzeit. Die ueberlagerten Ziffern rechts kommen daher dass dies die Summe aus mehreren Einzelbildern ist.

In der Nacht von gestern auf heute (01/02 Aug 2001) haben wir die folgenden Meteore sehen lassen:

Sporadics (SPO) : n=25,Æ=2.5 mag
alpha-Capricornids (CAP) : n=7,Æ=3.2 mag
Perseids (PER) : n=7,Æ=1.5 mag
Piscis-Austrinids (PAU) : n=2,Æ=3.8 mag
S-delta-Aquarids (SDA) : n=1,Æ=2.1 mag
N-delta-Aquarids (NDA) : Æ=0
S-iota-Aquarids (SIA) : n=0

Heute abend (waehrend wir dies schreiben) regnets leider... Siehe das folgende Bild. Die weisse Stange ist der Staender von unserem Sonnen- aeh, Regenschirm.

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Aber sobald die naechste klare Nacht kommt, wird ICC4 wieder draussen stehen! Wir hoffen, dass wir nicht die einzigen AVWMler sind die heuer die Perseiden beobachten!

dvk/re